227 Besucher Insgesamt,  1 Besucher Heute

Die Vereinsgeschichte

Das Jahr 1524 ziert das Wappen der königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Schongau und gilt als unser offizielles Gründungsjahr, 1955 auf der Generalversammlung beschlossen und festgelegt da ein „offizielles“ Dokument (Stadtkammerrechnung Schongau, heute im Archiv des Schongauer Stadtmuseums) dort Schongauer Schützen erwähnt. 1970 wird das Gründungsjahr dann auch von der Regierung von Oberbayern bestätigt.

Ein genaues Gründungsdatum ist nicht überliefert, vielleicht hat der große Brand in Schongau 1493 vieles vernichtet. Es haben bereits 1425 Schongauer Schützen an einem Freischießen in Augsburg teilgenommen. Die Geschichte geht also noch weiter zurück.

 

Die Stadt Schongau (Oberbayern) liegt am Lech, 710 m über dem Meer, auf einem Berg, der in früheren Zeiten vom Lech umflossen war, ganz in der Nähe der ehemaligen Römerstraße nach Augsburg, der “Via Claudia Augusta” (47 nach Christus). Sie verdankt ihren Ursprung also den Römern.

 

Der Bogen als Waffe und das Zielschießen damit wurde durch den Einfluss der Hunnen ab der Völkerwanderung Ende des 4. Jahrhunderts gebräuchlich.

 

Mit Verbreitung der Armbrust im Mittelalter, etwa ab dem Jahr 1100 – 1200, bildeten sich auch erste Schützengilden bzw. Schützenbruderschaften in Schongau, die sog. Stachelschützen.

 

Um 1500 kamen dann die ersten Handfeuerwaffen mit dem seit dem 14. Jahrhundert in Europa bekannten und zuerst in Kanonen eingesetzten Schwarzpulver auf. Zuerst noch mit Luntenschloss- später mit Rad- und Steinschlosszündung. Bereits damit war und ist bis heute ein sehr zielgenaues Treffen möglich.

 

1524 als Gründungsjahr passt also ganz gut zu uns „Feuer“-Schützen. 1524 sind Schongauer Schützen auch zu Gast in Weilheim, sie erhalten fünf Maß Wein (Stadtkammerrechnungen Weilheim)

 

1577 nahmen 4 Schongauer Schützen mit Ihren Büchsen beim großen Armbrust und Büchsenschießen in München teil.

Während des 30- jährigen Krieges im Jahr 1632 verteidigten die Schongauer Schützen die Stadt erfolgreich über 5 Tage gegen ein Heer von 1800 Schweden.

1651, nach dem 30- jährigen Krieg und seinen Zerstörungen wurde die Schützengesellschaft Schongau erneuert. Dies ist auch die älteste noch bekannte Schützenordnung. 

Etwa im 18. Jahrhundert wandelten sich die ehemals militärischen Schützengilden zu rein bürgerlichen Vereinigungen, die Wehrhaftigkeit der Bevölkerung war aber immer noch ein wichtiger Bestandteil neben einer festen Bindung zur Kirche und dem katholischen Glauben. Die Hauptaufgabe war die Ausrichtung von Festen mit Schießübungen und Wettbewerben, die ersten „Schützenfeste“ waren hiermit geboren.

 

 Am 21. Juli 1796 hatte Kurfürst Karl Theodor eine Allgemeine Bayerische Schützenordnung erlassen. Das kurfürstliche Mandat von 1796 hatte betont, dass die Schützengilden „vorzugsweise den Zweck erfüllten, dass sich sämtliche Untertanen, wessen Standes sie immer sein mögen, im nötigen Falle zu eigener sowie zu des Vaterlandes Verteidigung fähig machen können.“ Nach der Verordnung vom 6. Juli 1809 hatte jeder neuangehende Bürger drei Jahre lang die örtliche Schießstätte zu besuchen und sich im Scharfschießen zu üben.

 

Die älteste bekannte Schongauer Schießstätte lag am Frauenberg unterhalb des Frauentores.

 

1842 wird am Rösslekeller (im kleinem Forchet, heute der Friedhof) ein neuer Schießstand der FSG Schongau gebaut der auch große Veranstaltungen erlaubt. Der Rösslekeller war ein Bierkeller (Keller war zur Kühlung nötig) mit Biergarten und Gastwirtschaft. Die Voraussetzung für große Schützenfeste war dadurch gegeben.

Die Verordnung von Kurfürst Karl Theodor wurde von der “Allgemeine Schützenordnung”  für das Königreich Bayern abgelöst, die von König Ludwig II. am 25. August 1868 erlassen worden und am 15. Januar 1869 in Kraft getreten ist. Diese Schützenordnung ist auch heute noch von Bedeutung, da alle damals bestehenden Schützengesellschaften, die dieses Statut anerkannten, die Rechte einer „Corporation“, also den Status einer juristischen Person, erhielten. Daher werden diese „Königlich privilegierten“ Schützengesellschaften nicht in das Vereinsregister, das bei den Amtsgerichten geführt wird, eingetragen, sondern in einer Liste beim Bayerischen Innenministerium geführt.

 

Danach war für jede Schützengesellschaft neben dem Schützenmeisteramt (§10 – 13), dem Gesellschaftsausschuss (§14 – 17) und der Generalversammlung (§18 -21) ein “Schützenkommissariat” (§8 und 9) vorgeschrieben.  In Schongau ist seither der 1. Bürgermeister automatisch Schützenkommissar, wenn er der Ernennung des Gesellschaftsausschusses zustimmt. Dieser Kommissär hat “das öffentliche Interesse zu wahren und das staatliche Aufsichtsrecht zu handhaben.

 

Um diese Zeit war auch der Wandel vom Vorderlader mit Perkussionszündung zum Hinterlader mit vorgefertigter Munition dem Feuerstutzen als Scheibenwaffe. Benutzt wurden auch gerne Mausergewehre und Schweizer Gewehre mit Martini-Fallblockverschluss. Das Schwarzpulver wurde zunehmend durch das neue rauchlose Nitrocellulose-Pulver verdrängt. Geschossen wurde damals meist auf eine Entfernung von 115-130 m.

 

1861 wurde der Zimmerstutzen Gesellschaft Schongau „die Lechler“ von Büchsenmacher Eigner, Brauereibesitzer Bader und Malermeister Stegmüller gegründet. Mit Zimmerstutzen konnte man auf 15 Meter auch in Nebenräumen von Gaststätten trainieren und Wettkämpfe austragen. Ein Pokal, gestiftet von Herrn Johann Wiedemann Rothgerbermeister in Schongau existiert noch.

1876 wurde darüber hinaus der Zimmerstutzen Schützenverein Frohsinn gegründet der bis 1945 bestand. Frohsinn war ein Burschenverein mit mehreren Aufgaben u. a. auch schießen, Theateraufführungen und andere gesellige Veranstaltungen abhalten.

 

Vorübergehend verschwanden die Vorderlader aus den Schießständen um in den 70er Jahren des 20 Jahrhunderts wieder aufzutauchen und bis heute als eigenständige Schießdisziplinen sich großer Beliebtheit besonders in Schongau, aber natürlich auch weltweit zu behaupten.

 

In den Kriegsjahren 1870/71 ergänzten die Schongauer Schützen das Gebirgsbataillon Garmisch, zur Ausbildung wurde eine Schießbahn auf 300 Meter erweitert.

 

1899 wurde eine neue Schieß- Anlage am Rösslekeller mit 20 Schießbahnen mit unterschiedlichen Längen gebaut und am 4. Juni mit einem Preisschießen eröffnet.

1902: Hochzeitsschießen des Bürgermeister Bader

1923: Fahnenweihe bei der FSG Schongau

 

 

Fahnenweihe 7. August 1923 in der Mitte: Seine Königliche Hoheit Prinz Alfons von Bayern

1924, Am 12. bis 16. Juni findet das erste Gauschießen im Gau Schongau und Bundesschießen unter Schirmherrschaft Seiner Königlichen Hoheit, Kronprinz Alfons von Bayern in Schongau statt.

1924 bis 1930 fand eine Renovierung der Schießanlage auf dem Rösslekeller statt. Die FSG Schongau investierte über 10.000 Mark in den Ausbau zur damals schönsten und modernsten Anlage im ganzen Oberland, die auch für größere Veranstaltungen geeignet war.

1926 Angliederung einer Kleinkaliberabteilung.

1931: Zimmerstutzen Gesellschaft feiert das 70-jährige Jubiläum.

Teilnahme am Schützenzug Oktoberfest 1931

1938 dann: Beschlagnahmung des gesamten Geländes und Schießanlage durch die Wehrmacht zur Errichtung einer Flak-Artillerie-Schule. Abbruch des Rösslekellers und Errichtung eines Verwaltungsgebäudes. Die Schießhalle wurde von der Stadt Schongau auf dem Helgoland Gelände wieder aufgebaut und während des Krieges geringfügig genutzt.

Letztendlich hatte die FSG Schongau durch den 2. Weltkrieg alles verloren.

Auch die beiden Zimmerstutzenvereine endeten 1945 und alle drei wurden ab 1951 zu einem gemeinsamen Schongauer Verein.

 

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Verein wie alle Schützenvereine durch Kontrollratsdirektive Nr. 23 aufgelöst und erst 1951 wieder reaktiviert. Auf dem Gelände des ehemaligen Schießstandes am Rösslekeller wurde später der neue Schongauer Friedhof angelegt.

Die Schießhalle in Helgoland wurde zu dringend benötigten Wohnungen für Flüchtlinge umgebaut. Anschließend lehrstehend gelassen und dem Verfall und Vandalismus preisgegeben.

 

Die Neugründung jetzt mit Namen „Schützengesellschaft 1651 Schongau“ wurde am 14.4.1951 im Gasthaus Rösslebräu vollzogen, 22 Schützen schrieben sich ein.

 

Ab Mai 1951 schießen die Schützen in der unbenutzten Kegelbahn des Gasthofs Köhler (Sonne) mit Luftdruckwaffen und Zimmerstutzen wieder auf 6 Schießständen, jetzt sind bereits 52 Schützen im Verein.

1953, 4. Juni bis 12. Juni, Jubiläumsschiessen und Gauschiessen in Schongau mit 435 Schützen. Am 5.7 war der große Festzug, das größte Ereignis in Schongau seit Kriegsende

1955, Namensänderung zurück zu

Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Schongau 1524.

Ab 1961 ist klar die Halle in Helgoland ist nicht mehr zu retten, die Stadt will dort auch wegen geplanter Stadterweiterungen und Lärmbelästigungen keinen Schießplatz mehr haben. Es wird nach einem neuen Gelände gesucht.

 

 

1962: Stadtratsbeschluss zum Verkauf des Grundstücks in der Dießener Str., damals noch genannt Lexenwaldung, zur Errichtung einer neuen Schießanlage weit ab der Stadt und allen Lärmbelästigungen.

 

1962 ist die FSG Schongau vorrübergehend in der alten Knaben Schule in der Karmeliterstraße. Hier gibt es 6 Schießstände.

 

1964: Abbruch der Halle in Helgoland durch die FSG Schongau.

Planzeichnung vom Jahre 1965

1965: Bauantrag an der Dießener Str. wird vom Landratsamt genehmigt.

31.7 bis 9.8.1965 ist erneut das Gauschießen in Schongau

1968, Im Oktober wurde die neue Schießanlage in der Dießener Str. 25 eröffnet.

Zuerst nur die Gastwirtschaft und im Keller mit 5 Ständen 25 Meter und 8 Luftdruckständen 10 Meter.

Die Bayerische Schützenordnung von 1868 galt bis 1968. Im Ministerialamtsblatt der bayerischen inneren Verwaltung vom 23. Oktober 1968 hat das Innenministerium die neue Bekanntmachung vom 23. September 1968 veröffentlicht. Danach dürfen sich Schützengesellschaften als “privilegiert” oder “königlich privilegiert” bezeichnen, wenn sie bereits vor 1900 rechtsfähig waren (eingetragener Verein) und entweder eine ausdrückliche landesherrliche Einzelverleihung hatten oder durch Anerkennung der Allgemeinen Schützenordnung vom 25. August 1868 diese Eigenschaft erlangt hatten. Dies musste aber bis zum 31.12.1899 geschehen, nach dem 1.1.1900 konnte ein königlich privilegierter Verein nicht mehr entstehen, weil zu diesem Zeitpunkt das bürgerliche Gesetzbuch in Kraft trat. In Bayern gibt es deshalb 210 königlich privilegierte Schützengesellschaften.

Diese Schützenordnung ist auch heute noch von Bedeutung, da alle damals bestehenden Schützengesellschaften, die dieses Statut anerkannten, die Rechte einer „Corporation“, also den Status einer juristischen Person, erhielten. Daher werden diese „Königlich privilegierten“ Schützengesellschaften nicht in das Vereinsregister, das bei den Amtsgerichten geführt wird, eingetragen, sondern in einer Liste beim Bayerischen Innenministerium geführt.
Dies steht einem rechtsfähigen Verein gleich, ohne dass er in das Vereinsregister eingetragen ist oder eingetragen zu werden braucht.  Die Rechtsfähigkeit wird durch die Anerkennung der Satzung von 1868 erfüllt.

1970, das Gründungsjahr der FSG Schongau wird von der Regierung von Oberbayern für 1524 bestätigt.

1974,1.Oktober: Die Abteilung Vorderlader wird mit 11 Schützen gegründet.

1977, Fertigstellung der 100 und 50 Meter Stände mit Zuganlagen im Freigelände.

 

 

 

1980, 26. Juni bis 11. Juli, 450 Jahrfeier und  28. Gauschießen (in Schongau das 4. Gauschießen).

  1. Juni 1980, 450 Jahrfeier, Ehrengäste: Ihre Königliche Hoheit Marie-Charlotte Fürstin von Quadt mit Ehegatten seine Durchlaucht Paul Fürst von Quadt in der Mitte neben Bürgermeister Handl und 1. Schützenmeister Baumgärtner und etwas links der Gauschützenmeister Sporer.

1982, 8. August Fahnenweihe der neuen Fahne

1983, September: Tag der offenen Tür

1999: 475 Jahre FSG Schongau, Jubiläumsschießen und Waffenschau

2011: Da die 25 Meter Kurzwaffenstände nicht mehr den neuen Richtlinien für Schießstände entsprechen wird der Neubau eines Kelleranbaus für 6 neue Kurzwaffenstände beschlossen. Mit dem Kegelsportverein SKK Schwarz-Gelb Schongau e.V. werden Verträge geschlossen damit der Verein über den Schießkeller eine neue Kegelbahn errichten kann.

2011: Gründung einer Bund Deutscher Schützen (BDS) Gruppe und Eintritt in den neuen Verband (BBS) zusätzlich zum BSSB.

Mai 2012 Spatenstich zum Neubau mit Bürgermeister, Baufirma, Architekt und Vorstände der Schützen und Kegler.

Ehrenscheibe zur Einweihung gest. v. 1. Schützenmeister Siegfried Forster

Heute:

Das Schießen ist heute nur noch Sport und Brauchtum und hat mit Wehrhaftigkeit nichts mehr zu tun. Die Waffen sind reine Sportgeräte.

Die FSG Schongau gliedert sich in die Abteilungen, Luftdruck, Sportpistole, Ordonanzgewehr, Vorderlader und Böllerschützen.

Am Erfolgreichsten in Schongau sind sicherlich die Vorderlader, aus deren Reihen regelmäßig Deutsche- Europa- und Weltmeister hervorgehen, aber auch die Sportpistolen und Gewehrschützen konnten schon deutsche Meistertitel nach Hause bringen.

Mit derzeit ca. 250 Mitgliedern wächst der Verein langsam.

Schongau den 05.11.2015

der 1. Schützenmeister

Siegfried Forster

Anekdote: Die Biersorte in Schützenhaus war und ist bis heute ein wichtiges Thema J

Auszug aus dem Protokoll der Ausschußsitzung am 9. Dez. 1975 (FSG Schongau)

 

 

  • Danke an die FSG Weilheim und FSG Landsberg für Bildmaterial
  • Danke die Stadt Schongau, das Stadtmuseum und Archiv
  • Danke an alle ehemaligen Schützenmeister und Schriftführer für die Erstellung der Daten und Leitung der FSG Schongau über nahezu 500 Jahre.